Warum Umzüge Chancen für Personalrekrutierungen sind

Laut der Movu-Umfrage «Umzugsstudie Schweiz 2019» ziehen pro Jahr über 400'000 Haushalte um. 36 % geben an, dass sie in eine grössere Wohnung ziehen. 11 % ziehen mit dem Partner zusammen, weitere 10 % ziehen aufgrund eines Jobwechsels um. Was bedeutet dieses Verhalten für Gesundheitsbetriebe?

Movu.ch ist die grösste Umzugsplattform der Schweiz. Die erhobenen Daten aus dem Jahr 2019 sind auch für die Mitarbeitersuche des Gesundheitswesens sehr spannend. 40'000 Haushalte pro Jahr ziehen aus Jobgründen um. Offen bleibt, ob der Zusammenzug mit einem Partner/einer Partnerin ebenfalls einen Einfluss auf die Jobwahl hat.

40'000 pro Jahr, Tendenz steigend

Die Erhebung von Movu.ch sagt folgendes über die Umzugs-Distanzen aus:

  • 55 % der Umzüge: < 10 km
  • 34 % der Umzüge: 0 - 3 km
  • 19 % der Umzüge: 10 - 30 km
  • 17 % der Umzüge: 30 - 100 km
  • 9 % der Umzüge: > 100 km

Die Distanzen sagen nicht zwingend etwas über einen Jobwechsel aus.

Tatsache ist: Wer einen Umzug aus welchen Gründen auch immer plant, wird sich den zukünftigen Arbeitsweg genau unter die Lupe nehmen.

Der Arbeitsweg kann unsere Stimmung beeinflussen

Die einen lieben ihren Arbeitsweg, andere halten ihn kaum aus. Im öffentlichen Verkehr zur Arbeit zu fahren bedeutet, abhängig zu sein vom Goodwill der Mitreisenden. Wie schnell ist man einem lauten Telefongespräch, intensiver Diskussionen oder exzessiver Musik aussetzt. Oder Bus und Zug etc. sind übervoll.

Andere wiederum nehmen's gelassen und lesen, ob sitzend oder stehend, in ihrem Buch oder hören über Kopfhörer ihre geliebte Musik.

Wer mit dem Auto fährt, prüft vor einem Umzug, welche Route zu welchen Zeiten am wenigsten Verkehr hat.

Der Arbeitsweg ist wichtig!

Dieser hat einen grossen Einfluss auf unsere Stimmung am Zielort. Die positiven oder negativen Erlebnisse während des Arbeitsweges nehmen wir automatisch mit zur Arbeit oder nach Hause.

Wer schon im Job unter Stress steht, sollte es nicht noch zusätzlich auf dem Arbeitsweg sein. Stress steigert das Potenzial für Konflikte, deshalb lohnen sich Überlegungen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt.

Stressfaktoren: Arbeitsbeginn und Arbeitsende

Unsere Aufgaben im Beruf sind, die gewünschten Ziele zu erfüllen. Was wir sehr oft vergessen, ist, dass unser Körper natürliche Grenzen besitzt, die zwar temporär erweiterbar sind, aber nicht dauerhaft. Und Ruhephasen bedeuten auch nicht zwingend Erholung.

Wenn es uns nicht gelingt, eine bestimmte Lebensqualität aufrecht zu erhalten, laugen wir immer mehr aus.

Auch der Arbeitsweg hat einen grossen Einfluss auf unsere Kraftreserven. Wer will schon nach einem 12-Stunden-Tag noch eine Stunde seiner wertvollen persönlichen Zeit im Stau verbringen…

Als Arbeitgeber der Situation Rechnung tragen und Chancen nutzen

Für Arbeitgeber bedeuten die genannten Herausforderungen auch Chancen.

40'000 Stellensuchende, die vielleicht in das Einzugsgebiet eines potenziellen Arbeitgebers umziehen, suchen nicht nur nach einer erfüllten Arbeit und einem fairen Lohn.

Es sind gewisse «Zusatzleistungen» wie Teilzeitarbeit, Ruhezonen im Betrieb, flexible Arbeitszeit, etc., die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Jobwahl haben können. Sie können das kleine Quäntchen Glück ausmachen, warum sich Fachkräfte für Ihren Betrieb entscheiden. Diese Leistungen gehören darum unbedingt in ein Stelleninserat.

Quellen:

1.10.2021, Andreas Räber, GPI®-Coach, Wetzikon