Worauf es bei der Personalsuche zusätzlich ankommt

Wenn eine Firma oder eine Gesundheitseinrichtung neues, qualifiziertes Personal sucht, gibt es diverse Massnahmen. Eine der wohl am häufigsten angewendeten Möglichkeiten, um neues Personal zu finden, sind Online-Jobbörsen wie hospital-jobs.ch.

Und wie sieht es seitens der Stellensuchenden aus? Laut einer Studie der Online-Jobplattform StepStone (September 2018) nutzen von den aktiv Suchenden (a S) etwa 88% das Angebot der Online-Stellenplattformen. Auch bei den passiv Suchenden (p S) liegen die Plattformen mit 86% an erster Stelle. Karriereseiten der Unternehmen (a S = 49%, p S = 48%), Business-Netzwerke (a S = 46%, p S = 56%), persönliches Netzwerk (a S = 21%, p S = 38%), Zeitungen und Zeitschriften (a S = 17%, p S = 22%) werden ebenfalls für die Stellensuche genutzt. Bei sozialen Medien und Print-Fachmedien liegt der Prozentsatz noch bei 3 bis 7%.

Online-Stellenplattformen sind somit die erste Anlaufstelle für aktiv wie passiv Stellensuchende!

Welche Faktoren haben zusätzlichen Einfluss auf Bewerbungen?

Als Stellenanbieter online gefunden zu werden, hat also erste Priorität. Wie im Marketing gilt auch bei der Personalsuche, dass die «Marke» einen grossen Einfluss hat. Eine Marke hat ein Image und hinterlässt einen bestimmten Eindruck. Dies macht ein Stelleninserat überzeugend. StepStone schreibt dazu:

«Mit einer klar definierten Arbeitgebermarke, einem erfolgreichen Employer-Branding-Konzept kann das Unternehmen sowohl seine Stärken verdeutlichen als auch Bewerber begeistern.» (Anm. hospital-jobs.ch: Employer-Branding = Arbeitgebermarkenbildung)

Wichtig: Versprechen und Realität müssen übereinstimmen. Stellensuchende spüren schnell, wie sie die Aussendarstellung von Firmen einordnen müssen.

«Im Bewerbungsprozess werden unglaubwürdige Darstellungen besonders schlecht bewertet. 53% aller Fachkräfte haben sich nach dem Besuch der Website bereits einmal gegen eine Stelle entschieden, weil sie den Eindruck hatten, dass die Informationen zum Unternehmen nicht der Realität entsprachen.»

Der perfekte Zeitpunkt zur Personalrekrutierung

Wussten Sie, dass die Suchanfragen bei Google nach Alters- und Pflegeheimen im Januar und Februar ansteigen? Der Grund für diesen Anstieg ist einfach: Weihnachten ist ein Familienfest. Man trifft sich wieder einmal und stellt plötzlich fest, dass die (Gross)eltern nicht mehr so fit sind.

Es gibt einen Markt, der im Hintergrund spielt – all die Suchanfragen, die via Google getätigt werden. Man will sich einfach mal umschauen oder sucht konkret.

Was bedeutet diese Erkenntnis für die Personalsuche?

Vielleicht lassen sich gewisse Bedürfnisse der Zielgruppe erahnen. In den Monaten Januar bis März zum Beispiel nehmen die Fragen zur beruflichen Neuorientierung bei Google zu. Grund: Für einige Mitarbeiter war das letzte Jahr anstrengend und einmal mehr haben sie sich bis ans Jahresende durchgekämpft. Sie spüren, es ist an der Zeit, sich über eine berufliche Neuorientierung Gedanken zu machen.

Ein bekanntes und typisches Beispiel sind Lehrabschlüsse. Auch diese finden zu einer bestimmten Zeit des Jahres statt, was eine Zunahme an Stellensuchenden bedeutet. Bestimmt gibt es in jeder Branche Ereignisse, die Einfluss auf eine erhöhte Anfrage beim Suchmaschinen nach neuen Stellen nehmen. Manche sind ganz unscheinbar. Zum Beispiel wenn die Kinder flügge werden und sich Mütter wieder nach einer Anstellung umschauen.

Anreize für Wiedereinsteigerinnen

Sie waren zwar einige Jahre nicht mehr im Beruf tätig und müssen ihr Wissen auffrischen. Doch haben sie ihren Beruf vielleicht aus überzeugung gewählt. In vielen Bereichen sind erfahrene Mütter durchaus von Vorteil. Dafür ist im Inserat ein Hinweis sinnvoll, dass ein Plan für eine begleitete Einführung besteht.

Ebenfalls grossen Anreiz bildet der Hinweis auf regelmässige Arbeitszeiten, ein attraktives Gehalt, einen sicheren Job und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Dies alles sind wichtige Kriterien bei der Entscheidung für einen neuen Arbeitsplatz und sollten im Stelleninserat klar ersichtlich sein.

Passiv Suchende auf dem Laufenden halten

Laut StepStone.de sind sich nur 18% der Befragten sicher, in fünf Jahren noch im gleichen Job zu sein. über 80% informieren sich regelmässig über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt der eigenen Berufsgruppe. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich zum Beispiel folgende Möglichkeiten für die Personalrekrutierung:

  • Bestehendes Personal möglichst versuchen zu halten. Bis neues Personal gut eingearbeitet ist, kann es bis zu einem Jahr dauern. Man verliert mit jedem Abgang Kompetenz und Investment. Mit internen Anreizen wie Arbeitszeit, attraktive Entlöhnung, Weiterbildungsmöglichkeiten u. a. kann wichtiges Personal gehalten werden. Die aufgeführten Massnahmen haben zudem einen grossen Einfluss auf das Image als Arbeitgeber.
  • Wie können passiv Suchende regelmässig angesprochen und wie kann ihr Interesse geweckt werden? Hier spielt der Dialog mit der öffentlichkeit (PR) eine grosse Rolle. Wer aktiv in der öffentlichkeit tätig ist und im Gespräch bleibt, steigert seinen Bekanntheitsgrad und nimmt Einfluss auf sein Image. Man kann beispielsweise mit Infos zu relevanten Entwicklungen und Forschungen das Interesse wecken. Hier bietet die Digitalisierung enorme Möglichkeiten (Blogs, Newsletter, Chats, Videos etc.).

Eine eindeutige Positionierung und eine klare Kommunikation sind bei der Personalsuche unersetzlich und unterstützen die Suche nach kompetenten Fachkräften.