Quereinstieg ins Gesundheitswesen. Endlich Ihre Berufung leben?

Wenn ein Arbeitstag sich wie 20 Stunden anfühlt, wenn die Frage nach dem Sinn im aktuellen Beruf immer wieder auftaucht und sich das Bauchgefühl meldet, dass im Job etwas nicht mehr stimmt, dann ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen. Eventuell auch über einen Quereinstieg in ein neues Berufsfeld. Zum Beispiel ins Gesundheitswesen.

Vielleicht sind es die beruflichen Perspektiven, die Sie bei einem medizinischen Beruf ansprechen, oder Sie haben selbst schon ein krankes Familienmitglied betreut und ahnen, wie sinnvoll und erfüllend ein Pflegeberuf sein könnte. Die Gründe, warum man in einer bestimmten Branche arbeiten möchte, sind oft vielfältig.

Im Gesundheitswesen geht es um Menschen, die medizinische und/oder psychologische Hilfe benötigen.

Von null auf Quereinstieg – so haben es andere erlebt

Wie steigt man in einen Pflegeberuf ein? Wie ist ein Quereinstieg möglich?

Vom Fotofach in die Pflege, von der KV-Ausbildung zur dipl. Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt Psychiatrie und vom Radio- und TV-Moderator zum dipl. Pflegefachmann HF.

puls-berufe.ch porträtiert drei Personen, die sich für einen Quereinstieg entschieden haben.

  • Da ist eine junge Frau, die zuerst die Ausbildung zur Fotofachfrau absolviert. Eines Tages fällt ihr ein Inserat auf. «Die Pflegezentren der Stadt Zürich suchen Quereinsteiger.» Drei Monate später sitzt sie im Unterrichtssaal. Den Einstieg erlebt sie vor allem im ersten Studienjahr als sehr anspruchsvoll. Trotzdem würde sie sich auch bei dreifachem Aufwand nochmals für einen Quereinstieg in die Pflege entscheiden.
  • Eine 47-jährige Frau mit KV-Ausbildung führt ein Schuhgeschäft und entscheidet sich dann für die Ausbildung zur dipl. Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt Psychiatrie. Ihr neuer Beruf sei für sie eine Berufung und Herzensangelegenheit.
  • Ein ehemaliger Radio- und TV-Moderator wendet sich dem Pflegeberuf zu, weil er während seines Zivildiensteinsatzes sieht, was diese Tätigkeit beinhaltet. Hier spielt sich das wahre Leben ab. Seine bisherige Lebenserfahrung hilft ihm im neuen Beruf sehr.

Vielleicht möchten Sie selbst diese Liste mit Ihrem Quereinstieg in eine Fachrichtung im Gesundheitswesen ergänzen. Bekanntlich führen die unterschiedlichsten Wege zum Ziel.

Herausforderung Bildung und Balance

Man muss sich bewusst sein, dass ein Quereinstieg in den meisten Fällen eine Aus- oder Weiterbildung erfordert. Das bedeutet, dass man sich genug Zeit für die Ausbildung und den Quereinstieg einplanen muss. Hier ist Flexibilität gefragt.

Mitfühlen heisst nicht mitleiden: Arbeiten mit kranken Menschen bedeutet, die Balance zwischen Empathie und Abgrenzung zu finden und zu leben. Ebenso gilt es, die Bedürfnisse und Wünsche der Patientinnen und Patienten mit dem berufsspezifischen Leistungskatalog möglichst in Einklang zu bringen. Im Gesundheitswesen zu arbeiten, ist erfüllend und herausfordernd zugleich.

Wie kann man sich beruflich verändern?

Auch das Gesundheitswesen entwickelt sich stetig weiter und bietet dementsprechend eine Vielfalt an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Interessenten an einer beruflichen Veränderung und einem Quereinstieg ins Gesundheitswesen hilft zum Beispiel Puls-Berufe.ch weiter. Dort wird das Ziel verfolgt, qualifizierte Mitarbeitende für Gesundheitsberufe zu gewinnen und zu halten. In der Rubrik «Weg zum Ziel» findet man schrittweise heraus, welche Möglichkeiten und Wege sich einem bieten, um beruflich ins Gesundheitswesen einzusteigen.

Zu alt für den Pflegeberuf?

«Man ist so alt, wie man sich fühlt.» Dieses Zitat soll konstruktiv provozieren. Ob man als ältere Arbeitskraft noch eine Ausbildung machen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind die beeinflussbaren Faktoren. Zum Beispiel unsere Motivation und innere Einstellung.

Unsere bereits zitierte 47-jährige Frau formuliert es auf puls-berufe.ch so:

«Schulisch war es eine Herausforderung, da ich seit zwanzig Jahren nicht mehr zur Schule gegangen bin. Ich musste mich daran gewöhnen, mich wieder hinzusetzen, zu lernen, musste Lernstrategien entwickeln. Aber es ist erstaunlich gut gelaufen. Ich erhielt auch Unterstützung der Jüngeren aus meiner Klasse und bisher läuft es wirklich gut. Wir können alle viel voneinander profitieren, die Jungen von mir und ich auch sehr viel von ihnen. Mit dem Altersunterschied hatte ich noch keine Sekunde ein Problem.»

Wie bei jeder Herausforderung ist es wichtig, in Chancen zu denken, Möglichkeiten zu sehen und sich immer wieder neu der persönlichen Berufung bewusst zu sein. Damit Sie und auch Ihre späteren Patienten auf ihre Rechnung kommen.