Temporärarbeit im Gesundheitswesen in der Herausforderung

Temporärarbeit im Gesundheitswesen sorgt für Kritik: Hohe Vermittlungskosten belasten die Budgets, während Fachkräfte wegen besserer Konditionen zu Agenturen abwandern. Dieser Entzug von Stammpersonal zwingt Spitäler und Heime dazu, teure Temporärangebote zu nutzen, um den Betrieb zu sichern - ein kostspieliger Teufelskreis. Doch die Branche reagiert. Neue rechtliche Rahmenbedingungen und innovative Ansätze, wie eine spitalinterne, flexible Personaleinsatzplanung (z. B. eigene Flex-Pools), bieten nun wirksame Alternativen, um die Abhängigkeit von externen Firmen zu reduzieren.

Warum nicht zu einer Temporärfirma wechseln und dort nicht nur besser verdienen, sondern auch mitbestimmen können, wann man arbeitet und wann nicht? Klingt doch gut. Also beim bestehenden Arbeitgeber kündigen und endlich auf andere Voraussetzungen im geliebten Beruf zählen können. Alles, was man tun muss, ist, bei einer passenden Vermittlungsfirma oder -Plattform einen Rahmenvertrag zu unterschreiben. Standby-Modell wird dies genannt. Die nächsten Wochen sind ab sofort einfach und per Mausklick planbar.

Einfach Geld zu verdienen, das war noch nie einfach – oder zumindest zeitlich beschränkt.

Denn nun zeigt ein Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug, dass es da einen Haken gibt.

Temporär arbeiten ist «Arbeit auf Abruf»

«Arbeit auf Abruf» bedeutet für die Angestellten, erreichbar und flexibel zu sein. Dies hat einen Einfluss auf ihr Sozialleben. Nun hat das Obergericht entschieden, dass die Temporärfirmen diese Bereitschaft, an gewissen konkreten Stunden Einsätze zu leisten, entschädigen müssen.

Was bisher geschah

Wo es viel zu verdienen gibt, gibt es auch viel zu verlieren.

Ein Beispiel: Zwei Personalfirmen in Zug waren in einen Konflikt geraten. Unlauterer Wettbewerb wurde als Grund genannt. Die fehlerhafte Personalfirma hat Temporärangestellte nicht für die sogenannte Rufbereitschaft entschädigt und Einsatzverträge eingesetzt, die so nicht gültig seien. Das Gericht musste also gewisse Voraussetzungen klären. Zum Beispiel die Frage: Wo beginnt Arbeit auf Abruf?

Der Unterschied:

Echte Arbeit auf Abruf

Der Arbeitgeber kann ohne Ablehnungsmöglichkeit der Arbeitnehmer bestimmen, wann gearbeitet wird. Im eben genannte Beispiel schuldet jedoch die Temporärfirma im Fall eines abgesagten Einsatzes eine Entschädigung.

Unechte Arbeit auf Abruf

Kann der Einsatz abgelehnt werden, liegt unechte Arbeit auf Abruf vor – und eine Entschädigung entfällt. Das Obergericht fand, dass Temporärkräfte, die ihre Verfügbarkeiten eintragen und danach einen Einsatz nicht ablehnen können, dafür vergütet werden müssen - auch wenn anschliessend kein Einsatz erfolgt.

Der ganze Fall und der Urteilsentscheid kann im Artikel «Ein Urteil, das die Temporärarbeit im Gesundheitswesen verändern könnte» auf medinside.ch nachgelesen werden.

Hier verlassen wir diesen Fall, wenden uns dem Pflegealltag zu und zeigen, dass das Gute und Einfache wie immer viel näher ist, als man glaubt.

Der Nachteil von externen Temporär-Pools

Flexibilität ist enorm wichtig im Berufsalltag des Gesundheitswesens. Sie ist auch eine Sache der Organisation. Sobald Einsatzpläne mit externen Firmen abgeglichen werden müssen, erhöht sich letztendlich die Komplexität. Oft wird darauf hingewiesen, dass dem bestehenden Personal nur die schwierigen und unbeliebten Dienste bleiben. Das muss nicht sein.

Gut organisierte Einsatzpläne ermöglichen mehr Flexibilität für das Gesundheitspersonal wie auch für die Betriebe.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Personaleinsatz-Webapplikation hospitalpool.ch, die in enger Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik Aarau und dem Luzerner Kantonsspital agil und praxisfähig entwickelt wurde.

hospital-pool.ch: Personaleinsatz-Planung – einfach und flexibel organisiert!

Ein paar Beispiele im Überblick, wie Personaleinsatz-Planung intern gelöst werden kann und so zu einer höheren Mitarbeitermotivation führt.

Einfache Planung

Je einfacher, desto verständlicher, schneller und desto weniger Fehler.

  • Eine zuverlässige Haupt-Infostelle
  • Jeder sieht nur das, was er braucht
  • Bedarf und Verfügbarkeit in Echtzeit
  • Zugriff von überall und zu jeder Zeit
  • Automatisierte Benachrichtigungen bei Änderungen
  • Aufwändiges Telefonieren oder Schreiben entfällt

Verständlichkeit

hospital-pool ermöglicht,

  • dass sich Mitarbeitende rasch im System zurechtfinden
  • dass Rückfragen an Planende massiv reduziert werden können
  • eine zeitverzugslose, interaktive Schichtplanung
  • automatischer Abgleich mit Smartphone oder Outlook-Kalender

Umfassende Möglichkeiten

Einfach und vielseitig.

  • Mutationen können einfach und rasch vorgenommen werden
  • Eine kurz-, mittel- und langfristige Einsatzplanung ist möglich
  • Mitarbeitende können in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen eingeteilt werden
  • Langfristige Planung, dank automatisch generierten Statistiken

Vorteile eines eigenen Pools

Jeder Gesundheitsbetrieb muss sich selbst die Frage stellen, ob es sich lohnt, auf externes Personal zuzugreifen oder ob eine eigene flexible Personaleinsatz-Planung nicht mehr erreicht und hohe Kosten spart. Dass Unternehmen oder Gesundheitsbetriebe auf externe Anbieter zugreifen müssen, ist normal.

Doch muss dies bei einem für das Gesundheitswesen so wichtigen Bereich wie der Einsatzplanung wirklich sein? Die Abhängigkeit ist bzw. wird extrem hoch.

Letztendlich bietet ein eigenes Tool für alle Beteiligten mehr Spielraum, Handlungsmöglichkeiten und vor allem weniger Abhängigkeit!

5.3.2026, Andreas Räber, Enneagramm Trainer Cp, Wetzikon