Schweizer Spitäler: vom Minus zum Plus
Unser Gesundheitswesen soll gesunden, zumindest, was die finanzielle Seite angeht. Denn hohe Verluste dürfen nicht einfach so hingenommen werden. Hinsehen, wenn die Finanzen nicht stimmen, ist die Pflicht eines jeden Unternehmens, wenn es am Markt bestehen will. Das Gesundheitswesen hat allerdings besondere Voraussetzungen. Wir zeigen auf.
"Ein Verlust von 750 Millionen Franken: Die Schweizer Spitäler stecken weiterhin in der Krise" titelt die NZZ in ihrer Ausgabe vom 11. August 2025. Grund sind zu teure Behandlungen und zu wenig Einnahmen. Mehr als die Hälfte der Schweizer Spitäler schreiben negative Betriebsergebnisse. Höhere Tarife haben dazu geführt, dass der Verlust etwas tiefer ist als im Vorjahr (1 Mia). Doch so ganz zufrieden darf man nicht sein. Zumal oft noch teure Investitionen anstehen und ja gespart werden muss. Weiter kann die geopolitische Lage Einfluss auf Strompreise oder Investitionen haben, was das ganze Budget durcheinanderbringen kann. Was also tun?
Einflüsse auf die Rendite
Im Spital läuft vieles zusammen. Es ist eine Art Puffer der Gesellschaft. Ein Treffpunkt von Kranken, Fahrlässigen, Opfern, Angehörigen und ... Gesundheitspersonal. Letzteres muss sich an Vorgaben orientieren, die für planbare Unternehmen stimmen mögen, die jedoch nicht der Vielfalt und Dynamik eines Gesundheitsbetriebes gerecht werden können.
Bedürfnisse und Ziele gehen darum weit auseinander. Es fehlt der Weg der machbaren Machbarkeit.
Machbarkeit? Zum Verständnis:
Auf einem menschlichen Körper leben 39 Millionen Mikroben (Bakterien, Viren, Pilze etc.) Das sind so viele, wie wir Zellen haben. (Quelle: Zeit.de). Zeit.de schreibt dazu: "Die Mikroben schützen den Menschen vor äusseren Feinden wie UV-Strahlen und inneren Widerständen, wenn der Körper bestimmte Nahrungsmittel nicht verdauen kann. Sie prägen sein Immunsystem, sichern die Zufuhr von Energie und die Bildung von Vitaminen. Gerät das Zusammenspiel aus dem Takt, können Krankheiten die Folge sein."
Nun hat der Klimawandel einen gewissen Einfluss auf die Mikrowelt. Denn auch dort sterben Arten aus. Vielfalt ist jedoch äusserst wichtig. Sie bietet, wie übrigens auch beim Wald, die beste Stabilität. Monokulturen hingegen können nicht bestehen. Dazu gibt es "gute" und "böse" Mikroben. Letztere fordern uns heraus.
Auch wenn wir die Veränderungen in der Natur nicht in dem Masse wahrnehmen, so ist sie doch im Gange und wird immer mehr Einfluss auf unsere Gesundheit haben.
Anders ausgedrückt: bösartige Mikroben interessieren sich nicht, welche finanzielle Ziele ein Gesundheitsbetrieb hat.
Wenn es eine PlanungsUNsicherheit gibt, dann im Gesundheitswesen!
Ebitda: die betriebswirtschaftliche Kennzahl
Eine Ebitda ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den nachhaltigen operativen Cashflow eines Unternehmens vor Abzug von Steuern, Zinsen etc. beschreibt. Diese liegt laut einer Studie der KPMG normalerweise bei 4 Prozent. Spitäler mit teurer medizinischer Infrastruktur brauchen hingegen mindestens 10 Prozent, um Investitionen tätigen zu können.
Auf der einen Seite braucht es Investitionen, auf der anderen müssen wir die Kosten in den Griff bekommen.
Mehr Behandlungsmöglichkeiten = mehr vertrauenswürdig
Geht es uns schlecht, brauchen wir Sicherheit. Es liegt in der Natur von uns Menschen, dass in "modern" und "mehr" mehr Glaube an unsere Gesundungschancen liegt. Also bevorzugen wir die Spitäler, die mehr anbieten. In der Folge müssen die anderen Spitäler wiederum mehr investieren, damit sie attraktiver und rentabler sind. Und so zieht das eine das andere nach sich.
Es ist ein Wettbewerb mit ein paar wenigen Gewinnern - ein Kennzeichen unserer heutigen Gesellschaft.
Sparmöglichkeiten
Sparmöglichkeiten gibt es. Dank dem, dass sich Spitäler zusammenschliessen. Auch in der gemeinsamen Beschaffung von IT oder medizinischem Material liegt Potenzial. Spannen die Spitäler zusammen, erhalten sie günstigere Konditionen. Optimierungsmöglichkeiten in Ablauf und Beschaffung gibt es ganz sicher auch dank der künstlichen Intelligenz.
Das sind jedoch Prozesse, die ihre Zeit dauern. Kurz und schnell ist häufig fehlerbehaftet.
Vernetzte Welten
Jede Veränderung hat Einfluss auf bestehende Abläufe, auf Behandlungsmöglichkeiten, auf die Mitarbeitermotivation, auf kranke und verletzte Menschen.
Von allen Optimierungsmöglichkeiten und - zielen im Gesundheitswesen ist eine ganze Bevölkerung betroffen.
Und diese darf bei allen Sparbemühungen nicht aus dem Fokus geraten!