Coaching-Tipp: Berufliche Veränderung wagen

Etwas Sinnvolles tun. Je älter wir werden, desto mehr kommen wir zur Erkenntnis, dass wir unserem Leben nochmals eine neue Richtung geben möchten. Statt Erfolg zählt vielleicht plötzlich mehr der Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Eine berufliche Veränderung zu wagen, ist möglich. Zum Beispiel mit einem Quereinstieg in einen Pflegeberuf.

Noch einmal neu beginnen und in einen Beruf einsteigen, der mehr Sinn verspricht? Vielleicht klingt diese Aussage etwas kitschig. Natürlich haben die meisten Berufe etwas Sinnvolles. Ohne die Zuverlässigkeit beispielsweise einer Reinigungsequipe würde die Motivation aller sehr schnell sinken.

Sinn wird oft damit verbunden, anderen Menschen helfen zu können. Etwas Gutes tun, fühlt sich auch für den Handelnden sinnvoll an.

Einen neuen Beruf suchen, beginnt mit einer Standortbestimmung

Bei einer Standortbestimmung kristallisieren sich meistens drei mögliche Wege heraus.

  1. Im bestehenden Job und Beruf bleiben und sich aktiv für Veränderungen einsetzen.
  2. Gleich wie Punkt 1, sich jedoch weiterbilden oder innerhalb der Branche oder beim gleichen Unternehmen einen Quereinstieg wagen.
  3. Eine vollumfängliche berufliche Neuorientierung angehen.

Grundsätzlich kann man nach ein paar Jahren Berufstätigkeit auf umfangreiche Kompetenzen zurückgreifen. Diese gilt es schriftlich festzuhalten. Die gute Nachricht: Es sind oft mehr, als wir uns bewusst sind. Darum lohnt es sich, für eine Standortbestimmung genügend Zeit einzuplanen. Auch ein Austausch im Freundeskreis oder bei einem professionellen Coaching kann in dieser Phase Sinn machen.

Misserfolge festhalten und die Gründe analysieren

Manchmal neigen wir dazu, immer mal wieder ins gleiche Fettnäpfchen zu treten. Wir machen dieselben Fehler und scheitern wie bis anhin. Wollen wir diese Wiederholungen in Zukunft verhindern, lohnt es sich, der folgenden Frage nachzugehen:

Was muss ich tun, damit ich wieder zu der gleichen inneren Unzufriedenheit komme oder Misserfolge habe, wie heute?

Erkennen und verhindern können wir nur, wenn wir genau hinsehen.

Träumen Sie Ihren zukünftigen Beruf!

Träume haben mit Emotionen zu tun und Emotionen treiben uns innerlich an. Wenn wir einen neuen Weg gehen wollen, brauchen wir nicht nur Perspektiven, sondern auch Träume.

Wir müssen fühlen können, wie sich unser neuer Beruf anfühlen könnte.

Unser Körper besitzt die Fähigkeit, durch mentale Simulation bereits im Vorfeld ansatzweise zu «erleben», wie sich unsere neue Tätigkeit anfühlen könnte. Als menschliche Wesen können wir nur auf etwas zusteuern, das wir entweder sehen, fühlen, hören, riechen, schmecken oder in einer anderen Art wahrnehmen können.

Wem Sinnerfüllung im Beruf wichtig ist, muss dieses Kriterium bei jeder Bewerbung gut überprüfen.

Genaue Planung verhindert kräftezehrende Umwege.

Neuorientierung braucht Zeit

Je nachdem, welche Erwartungen wir an unseren neuen Job oder Beruf haben, kann eine berufliche Neuausrichtung ihre Zeit dauern. Am besten klärt man auch immer mögliche Zwischenschritte ab.

Jede bisher gemachte Erfahrung zählt bei einer späteren Bewerbung für den neuen Wunschberuf.

Und, wie so oft, liegt der Erfolg im Abklären, Dranbleiben, Versuchen und nochmals Versuchen und daran, wichtige Kontakte aufzubauen. Es gibt Zeiten, wo wir uns trotz möglicher Angebote einfach nicht entscheiden können. Dann ist es wichtig, erst einmal inneren Abstand zu gewinnen.

Aus etwas Distanz sehen wir klarer und können Entscheidungen besser fällen.

Pflegeberuf: Besondere Bedingungen in einem besonderen Beruf

Das Paradebeispiel für gelebte Flexibilität ist der Pflegeberuf. Im Grunde genommen ist es unsere Gesundheit, oder genauer, unsere Krankheit, die den Alltag im Gesundheitswesen prägt und Flexibilität einfordert - wenn auch aktuell mehr Bestrebungen für bessere Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen im Gang sind.

Vielleicht mögen uns die letzten zwei Jahre eher von der Arbeit im Gesundheitswesen abhalten. Was die Pandemie von den Pflegefachleuten teilweise abverlangte, möchte niemand freiwillig erleben.

Doch wohl selten ist die Ausgangslage so gut, den Berufsalltag in der Pflege mitprägen zu können, wie nach einer grossen Herausforderung.

Es gilt das Gesundheitswesen zu verändern und handlungsfähiger zu machen. Eine Situation, in der neue Möglichkeiten entstehen - und vielleicht sind Sie ja mit dabei?

28.2.2022, Andreas Räber, GPI®-Coach, Wetzikon